Jenseits der Monogamie: Zwischen Freiheit, Hingabe
- Ella

- 24. Juli
- 2 Min. Lesezeit
🔥 Jenseits der Monogamie: Zwischen Freiheit, Hingabe und Verbindlichkeit, Gedanken zur gelebten Polyamorie.
Polyamorie polarisiert. Für die einen ist sie Ausdruck radikaler Freiheit und emotionaler Reife, für andere ein rotes Tuch, eine Zumutung an Ordnung und Sicherheit. Doch was passiert, wenn wir beginnen, Liebe nicht als Besitz, sondern als fließendes Band zu verstehen? Wenn wir Lust, Zärtlichkeit und tiefe Bindung nicht exklusiv denken, sondern als etwas, das sich vermehren darf, ohne zu verlieren?
Ich erlebe diese Fragen nicht theoretisch, sondern ganz praktisch. In meiner Arbeit als Masseurin und Begleiterin tauche ich ein in Begegnungen, die mit Konventionen brechen, aber niemals mit Wahrhaftigkeit. Es sind nicht selten Menschen, die in offenen oder polyamoren Beziehungen leben, die sich mir anvertrauen. Menschen, die ihre Sehnsucht nicht in einem Monopol eingesperrt wissen wollen, sondern sie atmen lassen, in mehreren Räumen, mit mehreren Körpern.
Polyamorie ist kein Freifahrtschein für Bindungslosigkeit. Sie ist ein Versprechen, an Kommunikation, an Klarheit, an emotionale Integrität. Wer mehrere Menschen liebt, muss fähig sein, mit sich selbst tief in Beziehung zu treten. Denn da ist kein Platz für Spielchen. Keine Verstecke. Keine Ausreden.
Ich habe erlebt, wie sich ein Mann unter meinen Händen entspannte – wissend, dass seine Partnerin ihm vertraut. Dass sie weiß, wo er ist. Was er sucht. Und dass er nach Hause kommt, nicht mit Schuld, sondern mit Wärme auf der Haut und Dankbarkeit im Blick.
Polyamorie bedeutet: Du darfst begehren und trotzdem treu sein. Nicht im Besitzdenken, sondern in der Haltung. In der Ehrlichkeit. In dem Wissen: Ich bin nicht alles für dich. Und doch bin ich etwas Besonderes.
Auch in meinen Massagen ist das spürbar. Wenn ein polyamorer Mann auf meinem Futon liegt, bringt er nicht nur seinen Körper mit, sondern das Wissen, dass Liebe viele Sprachen spricht. Und dass jede Zunge, jede Hand, jede Geste ihre eigene Wahrheit trägt. Es ist ein Tanz der Sinne, bei dem sich niemand kleiner machen muss, damit ein anderer größer wirken darf.
Fazit:
Liebe kennt keine Form, sondern nur Tiefe. Und manchmal findet sie ihren Ausdruck in mehr als einem Körper, mehr als einer Seele. Vielleicht ist Polyamorie keine Rebellion gegen die Monogamie, sondern einfach eine andere Art, intensiv zu lieben.
Für mich ist sie nicht Theorie. Sie ist gelebte Praxis. Spürbar. Duftend. Atemnah. Und zutiefst menschlich.
„Du darfst mich begehren, ohne mich zu besitzen. Und ich werde dich halten, ohne dich festzuhalten.“




Das erlebe und lebe ich täglich in großer Dankbarkeit, danke Anja, dass du Themen in deinem Blog aufgreifst die tatsächlich gelebt werden. 🙏