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"Selbstbefriedigung jenseits von Klicks und Kommen"

  • Autorenbild: Anja
    Anja
  • 30. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Selbstbefriedigung, von der schnellen Betäubung zur achtsamen Selbstliebe


Immer wieder erreichen mich Nachrichten wie diese:

„Hallo Anja, ich möchte endlich wieder von einer Frau berührt werden. Ich weiß nicht, warum ich mich seit Jahren nur noch selbst befriedige.“


Ein ehrlicher Satz. Und einer, der in mir oft mehr auslöst als der eigentliche Buchungswunsch.

Denn hinter dieser Sehnsucht steckt ein großes Thema, vielleicht sogar ein Tabuthema:

Selbstbefriedigung.


Quick Fix oder Seelenkontakt?


Viele Männer (und Frauen ebenso) erleben Selbstbefriedigung als das:

Eine schnelle Entladung, oft begleitet von visuellen Reizen, Pornoseiten, Clips, Fantasien.

Ein körperliches Runterkommen, das danach oft Leere, Müdigkeit oder sogar Schuldgefühl hinterlässt.


Doch was passiert da wirklich?

Wie sehr bist du bei dir, wenn du dich selbst berührst?

Oder brauchst du schon längst ein Bild, einen Film, eine fremde Körperprojektion, um überhaupt „auf Touren zu kommen“?


So oft höre ich Sätze wie:

„Ich würde dich so gerne sehen… nur dann kann ich kommen.“

„Ich brauche deine Vagina vor Augen, sonst klappt es nicht.“


Und ich frage zurück:

Brauchst du mich, oder brauchst du endlich dich selbst?


Selbstliebe beginnt nicht am Kitzler oder am Penis.


Selbstbefriedigung ist nicht gleich Selbstliebe.

Das eine kann betäuben, das andere kann heilen.


Ich frage Frauen manchmal provokant:

Wann hast du das letzte Mal deine Brust berührt, wirklich berührt?

Nicht mit dem Ziel, die Nippel hart zu machen.

Nicht, um „endlich feucht“ zu werden oder den Vibrator in Stellung zu bringen.

Sondern wie ein Mann, der dich begehrt.

Langsam, erforschend. Zentimeter für Zentimeter. Mit Ehrfurcht.


Und genau das gilt auch für Männer.

Wann hast du dich zuletzt wirklich gespürt, ohne Erwartung, ohne Ziel?

Nicht, um dich abzulenken.

Nicht, um kurz zu „kommen“.

Sondern um dich zu begegnen.


Ein kleines Ritual. Für dich.


Probier es aus, ganz langsam:


1. Lege deine Hand auf deinen Brustkorb.

Spüre deinen Herzschlag. Deine Lebendigkeit.


2. Berühre deine Lippen.

Mit den Fingerkuppen. Mund leicht geöffnet.

Besonders an der Oberlippe, dort, wo so viele Nervenenden sitzen.


3. Streiche deinen Hals hinab.

Deine Schlüsselbeine. Deine Brust.

Und halte inne, genau in der Mitte: Herzchakra.


4. Dann geh tiefer.

Mit der anderen Hand zum Solarplexus.

Weiter zum Sakralbereich.

Und ganz bewusst in deinen Schoßraum.


Spüre. Fühle. Lass Zeit verstreichen.

Vielleicht werden deine Fußsohlen warm. Vielleicht schwitzen deine Innenhandflächen.

Vielleicht passiert gar nichts, außer, dass du bei dir ankommst.


Und ja, es ist okay, sich zwischendurch einen Porno anzusehen.

Manchmal fehlt schlicht die Zeit für ein Ritual.

Aber frag dich ehrlich:

Warum hast du dann Zeit, mir ellenlange Motivationstexte zu schreiben, aber nicht, um dich selbst wahrhaftig zu spüren?


Fazit:

Selbstbefriedigung kann vieles sein.

Ein Notventil. Eine Routine. Oder ein heiliger Raum.


Du entscheidest.


Aber bitte:

Hör auf, dich, oder deinen Partner „abzuarbeiten“.

Sex ist kein To-do. Kein Wettlauf. Kein Beweis von Männlichkeit oder Weiblichkeit.

Er ist ein Tanz. Eine Begegnung. Und ja, oft beginnt er mit dir selbst.

Langsam. Achtsam. Und radikal ehrlich.


Eure Anja 🫶

 
 
 

1 Kommentar

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Sven
03. Aug.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Wow, bitte mach weiter mit solchen Beiträgen

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